Bei der Auswahl eines Schwingungsdämpfers geht es nicht um den „stärksten“ oder den „weichsten“. Ein Dämpfer isoliert nur, wenn seine Eigenfrequenz deutlich unter der Frequenz der Schwingung liegt, die er abhalten soll. Fünf Fragen führen zur richtigen Familie und zum richtigen Modell.
1. Welche Last trägt jeder Dämpfer?
Teilen Sie die Gesamtmasse der Maschine, einschließlich Flüssigkeiten und Anbauteilen, durch die Anzahl der Dämpfer:
Last pro Dämpfer = Gesamtmasse ÷ Anzahl der Dämpfer
Ein Kompressor mit 600 kg auf 4 Dämpfern belastet jeden mit 150 kg. Liegt der Schwerpunkt nicht in der Mitte, tragen die Dämpfer auf der schweren Seite mehr: Legen Sie sie für den höchsten Punkt aus. Jedes Silentflex®-Datenblatt nennt eine minimale und maximale statische Last pro Modell; Ihre Last sollte in diesem Bereich liegen, möglichst nicht am Rand.
2. Mit welcher Frequenz schwingt die Maschine?
Bei rotierenden Maschinen ist die Haupterregung die Drehzahl:
f (Hz) = Drehzahl (U/min) ÷ 60
| Maschine | Drehzahl | Erregung |
|---|---|---|
| 4-poliger Motor, Ventilator, Pumpe | 1450 U/min | 24,2 Hz |
| 2-poliger Motor, Pumpe | 2900 U/min | 48,3 Hz |
| Dieselaggregat | 1500 U/min | 25 Hz |
| Transformator (50-Hz-Netz) | – | 100 Hz Brummen |
Nehmen Sie immer die niedrigste Frequenz, mit der die Maschine läuft, auch beim Anlauf, wenn sie dort Zeit verbringt.
3. Welche Eigenfrequenz brauchen Sie?
Der Anteil der Schwingung, den ein Dämpfer durchlässt, ist seine Übertragbarkeit T. Die Isolierung beträgt 1 − T. Für einen schwach gedämpften Dämpfer gilt für eine Ziel-Isolierung:
fn = f ÷ √(1 + 1/T)
Für 90% Isolierung (T = 0,1) ist das f ÷ 3,32. Für 95% (T = 0,05) f ÷ 4,58.
Beispiel: Ein Ventilator mit 1450 U/min (24,2 Hz) braucht für 90% Isolierung Dämpfer mit höchstens 7,3 Hz. Ein Drahtgestrick-Dämpfer mit 15–25 Hz schafft das nicht, ein Federdämpfer mit 5–9 Hz schon.
Zwei Regeln:
- Die Eigenfrequenz nie in die Nähe der Erregung legen. Zwischen f/√2 und f·√2 verstärkt der Dämpfer die Schwingung, statt sie zu mindern. Das ist der „zu vermeidende Bereich“ im Diagramm unseres Rechners.
- Eine niedrigere Eigenfrequenz bedeutet eine größere statische Einfederung: δ (mm) ≈ 248,4 ÷ fn². Bei 7,3 Hz federt der Dämpfer unter Last etwa 4,7 mm ein. Prüfen Sie, ob Rohre, Kabel und Kupplungen folgen können.
4. Was verlangt die Umgebung?
Das elastische Element setzt die Grenzen:
| Dämpfungselement | Typischer Temperaturbereich (Silentflex®-Datenblätter) |
|---|---|
| Naturkautschuk | −20 bis +80 °C |
| Silikon | −50 bis +200 °C |
| Edelstahl-Drahtgestrick, Federn, Drahtseil | −70 bis +300 °C, einige Modelle +500 °C |
Öl, Ozon, UV-Strahlung, Salznebel und Hitze lassen Elastomere altern. Ganzmetall-Dämpfer sind davon nicht betroffen und werden deshalb für Motoren, Abgasanlagen, Außengeräte, Schiffe und Verteidigung gewählt.
5. Wie wird der Dämpfer belastet?
Die meisten Maschinen stehen auf ihren Dämpfern (Druck). Manche Geräte hängen (Zug), sitzen an einer Wand (radial) oder bewegen sich mit einem Fahrzeug (alle Richtungen plus Stöße). Prüfen Sie im Datenblatt Last und dynamische Kraft je Richtung: Mehrere Silentflex®-Modelle wie 954412, S402 oder Axial Inox arbeiten auf Druck, Zug und radial.
Dämpfung: warum sie beim Anlauf zählt
Jede Maschine durchläuft beim An- und Auslaufen die Eigenfrequenz des Dämpfers. Die Dämpfung begrenzt in diesem Moment die Überhöhung. Edelstahl-Drahtgestrick-Dämpfer halten die Resonanzüberhöhung je nach Modell unter 4 bis 6 (Silentflex®-Datenblätter), eine blanke Stahlfeder dämpft dagegen kaum. Deshalb tragen Silentflex®-Federn ein Drahtgestrick-Kissen im Inneren.
In der Praxis
Unser Schwingungsrechner führt diese fünf Schritte für Sie aus und zeigt, welche Familien zu Ihrer Maschine passen. Bei ungewöhnlichen Werten prüft ein Ingenieur sie gern: Senden Sie Ihre Berechnung direkt aus dem Rechner.











